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Die Bedeutung des Pferdes heute

Pferde erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit und sind in der modernen Sport- und Freizeitgestaltung nicht mehr wegzudenken. Fand das Pferd früher seine Verwendeung meist in der Landwirtschaft, im Militär oder als Fortbewegungsmittel, ist es heute ein idealer Freizeitpartner geworden. So wird es im Turniersport wie Fahren, Dressur, Westerndisziplinen, Springen, für Wander- und Distanzritte eingesetzt. Wie die Landwirte damals auf ihr Kapital "Pferd" achteten und möglichst lange gesund halten wollten, so sind auch heute Pferdeliehaber darauf bedacht, ihrem Partner "Pferd" ein gesundes und langes Leben zu ermöglichen.
Anno dazumal wurden die Hufe durch die intensive Nutzung bis zu mehereren Stunden am Tag einem sehr hohen Abrieb ausgesetzt, weshalb die Pferde mit Eisen beschlagen wurden. Aus dieser Historie manifestierte sich der Grundsatz "Pferde können ohne Beschlag nicht laufen" und hält sich bis heute teilweise hartnäckig.  

Die Zeit des Umdenkens

Mit dem Einzug des Pferdes in die Freizeitgestaltung hat in Bezug auf das Thema Pferd insgesamt ein Umdenken stattgefunden. Nicht nur artgerechte Haltung wie zum Beispiel im Offen- oder Laufstall erfreut sich immer grösserer Beliebtheit, auch gibt es immer mehr Befürworter, das Pferd ohne Beschlag, also Barhuf, laufen zu lassen.   Auf Basis dieser Entwicklung hat sich die Huforthopädie entwickelt....


Um der Einmaligkeit jedes einzelnen Hufes Rechnung zu tragen, ist das Wissen um die Bewegungsabläufe, die natürliche Schiefe des Pferdes, den Knochenaufbau und Strukturen des Hufes sowie die physikalischen Kräfte und deren Auswirkungen auf den Huf unerlässlich.
Durch das Beschneiden und Beraspeln des Hufes -unter Berücksichtigung der anatomischen Voraussetzungen des Pferdes- wird eine prozesshafte (langsame) , physiologisch verträgliche Korrektur eingeleitet, damit der Huf sich selbst wieder in einem physiologisch gesunden Gleichgewicht einfindet --> WERDEN LASSEN. Das bedeutet, dass die Huforthopädie nicht darauf bedacht ist, dem Huf ein wohlgemeintes Idealbild aufzuzwingen. Vielmehr lässt sie den Huf durch gezielte Abriebsteuerung so wachsen, wie er dem Pferd am Bequemsten ist. Dies schafft nicht immer ein Idealbild des Hufes im herkömmlichen Sinne. Vielmehr kann sich das Pferd einen für sich optimalen Schuh selbst zurechtlaufen. So wird der Huf sowohl dem Gang, als auch der Knochenstruktur angepasst um so grösstmögliche Funktionalität zu leisten.

Erstes Ziel ist die Gesunderhaltung der Hufe. Sind Hufe bereits aus der Form geraten, werden sie in einen physiologischen, gesunden und tragfähigen Zustand zurückgeführt. Sollten bereits Strukturen dauerhaft geschädigt sein, wird der Huf in eine für das entsprechende Pferd bequeme Stellung geführt.
Spalten, Strahlfäule, Trachtenzwang, Rillenbildungen, deformierte, rissige oder bröselige Hufe benötigen Hilfe, um wieder gesund zu werden. Je nach Grad der Schädigung ist eine völlige Genesung der Hufe nicht immer möglich, sehr wohl jedoch eine Verbesserung der Gesamtsituation und dadurch Linderung des Problems.

Der Barhuf ist der natürliche Zustand des Pferdes und bietet viele gesundheitliche Vorteile. Er erhöt die Trittsicherheit des Pferdes, da es nicht seines Tastsinns beraubt ist. Das Barhuf- Pferd kann die verschiedensten Böden besser einschätzen und somit seine Beine schonender für Gelenke, Bänder, Sehnen und Knochen einsetzen. Es ist daher nicht ungewöhnlich, sondern nur sinnvoll und natürlich, wenn ein Barhufgänger gerne auf weicheren Untergrund ausweicht.
Zugegeben: Nicht jedes Pferd eignet sich dauerhaft zum Barhufgänger. Je nach dem, wie die Nutzung des Pferdes mit dem Gesundheitszustand und der Leistungsfähigkeit der Hufe zusammenpassen, benötigt ein Pferd nicht zwingend einen Abriebschutz, oder zumindest keinen Permanenten. Hufschuhe können eine überzeugende Alternative dazu sein.
Ob ein Pferd, welches zuvor beschlagen war, erneut beschlagen wird, ist eine Frage, die sich der Pferdebesitzer nach der Hufgesundung neu stellen kann.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Angélique Behrens, Huforthopädin und Osteopathin, für die Textimpressionen.
















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